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June 23, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 4.4

113 Architektur Fragen – Frage 4.4

Welche Fachplaner sind für die Erstellung eines Einreichplanes erforderlich?       (Autor: Johann Peck)

Geometer / ZT für Vermessung: Durchführung von grundbücherlichen Leistungen, Umwidmungen und Zusammenlegungen von Grundstücken, Vermessung von Grundstückgrenzen, Erstellen von Lage- und Höhenplänen, Erhebung von Einbauten im öffentlichen Grund und Aufschlussleitungen für Grundstücke.

Statiker / ZT für Bauingenieurwesen: Erstellung von Tragwerkkonstruktionen und Fundierungen, Ausarbeiten einer statischen Vorbemessung, Berechnung und Ausarbeitung von Konzepten für Baugrubensicherungen

Geotechniker / Hydrologe: Erkundung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse, Ermittlung der Grundlagen für die statische Tragkonstruktion, Ausarbeitung von Konzepten für Versickerungen von Regenwässer

Bauphysiker: Erstellung einer bauphysikalischen Untersuchung, Ausarbeiten von Energieausweisen, Festlegung eines Baustoffkataloges

Haustechnikplaner: Ausarbeitung von wirtschaftlichen Heiz- und Kühlsystemen auf Basis der möglichen/vorhandenen Energieversorger

Ziviltechnische Büro für Umwelttechnik (Bedarf projektabhängig): Ausarbeitung von Schall- und Lufttechnischen Gutachten, basierend auf vorliegende Messungen von Schallimmissionen der in Einflussbereich liegenden Umgebung, Ermittlung der Schadstoff-und Staubemissionen sowie deren Quellen

Verkehrsplaner (Bedarf projektabhängig): Ausarbeitung eines Verkehrskonzeptes, planliche Festlegung von Außenanlagen aus Basis der zu erwartenden Verkehrsteilnehmer

Elektrotechnik (Bedarf projektabhängig): Ausarbeitung und Abklärung mit dem elektrischen Energieversorger über den Bedarf der Stromversorgung

SV-Büro für Rodungen (Bedarf projektabhängig): Ausarbeiten eines Rodungskonzeptes und Erstellen von Rodungsansuchen

June 21, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 4.3

113 Architektur Fragen – Frage 4.3

 Seit wann gibt es Architekten? (Autorin: Krisztina Adamy)

Im Laufe der Geschichte hat sich der Beruf des Architekten und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungsbereiche mehrfach gewandelt und definiert. Die ersten Architekten waren für die Gestaltung und das Errichten der Bauwerke ganzheitlich verantwortlich. In der antiken Ära kümmerten sich Baumeister sowohl um die Gestaltung als auch um die Statik und beaufsichtigten den Bauablauf. Damals waren Architekten Künstler und Ingenieure zugleich und die Aufträge haben sich vorerst auf Sakral- und Monumental-Bauten beschränkt. Um ca. 2600 v.Chr., in ägyptischer Zeit war Imhotep der oberste Baumeister der ägyptischen Pyramiden, der erste namentlich überlieferte Architekt der Menschheitsgeschichte. In das antike Griechenland werden Kallikrates und Iktinos mit dem Bau des Parthenon auf der Akropolis in Athen in Zusammenhang gebracht. Im 1. Jahrhundert v. Chr. publiziert Vitruv, ein römischer Architekt, Ingenieur und Architekturtheoretiker, die weltberühmt gewordene „De architectura libri decem“, die zehn Bücher über Architektur, eine umfassende Darstellung der Architektur sowie des damaligen Kenntnisstands des Bauingenieurwesens.

Im Mittelalter wurde der Beruf der Architekten unbekannt, es gab nur Handwerker. Erst in der Renaissance, in der Zeit, in der die Antike wiederentdeckt und wieder zum Leben erweckt wurde, hat der Beruf erneut an Bedeutung gewonnen. Später, durch die Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert, hat sich der Beruf wesentlich verändert.

Neben den oben genannten öffentlichen Bauaufgaben kamen nun private Auftraggeber hinzu. Das Gebäude (Wohnhaus, Stadthaus, Fabrik) wurde zum Statussymbol der bürgerlichen Eliten.

Wegen des technischen, ökonomischen und sozialen Fortschritts wurden den am Bau Beteiligten neue Herausforderungen gesetzt, diese Änderungen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Aufgaben der Architekten wurden auf unterschiedliche Disziplinen aufgeteilt, wie unter anderem Statik, Bauphysik, Gebäudetechnik. Aus dem engeren Berufsfeld der Architekten sind in folge auch mehrere Fachdisziplinen wie Städtebau, Landschaftsarchitektur oder Innenarchitektur entstanden.

June 17, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 4.2

113 Architektur Fragen – Frage 4.2

Wie werde ich Ziviltechniker? (Autor: Georg Denninger)

Der Begriff Ziviltechniker umfasst die Berufe Architekt und Ingenieurkonsulent. Sie sind aufgrund einer staatlich verliehenen Befugnis auf ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Fachgebieten freiberuflich tätig.

Um zur Ziviltechniker-Prüfung zugelassen zu werden, muss ein einschlägiger Universitäts- bzw. Fachhochschul-Studiengang mit Masterabschluss absolviert werden (zB: Diplomstudium einer technischen oder naturwissenschaftlichen oder montanistischen Studienrichtung). Die genauen Verleihungs- & Zulassungsvoraussetzungen sind im Ziviltechnikergesetz 2019 ausführlich beschrieben.

Nach dem Studienabschluss sind 3 Jahre Praxiserfahrung zu sammeln, wovon mind. 1 Jahr bei Absolventen der Studienrichtung Architektur auf praktische Betätigung auf Baustellen und bei Absolventen des Vermessungswesens auf Grenzvermessung, Zu- und Abschreibungen entfallen muss. Kann man diese Praxiszeit durch entsprechende Zeugnisse und Unterlagen nachweisen, kann man bei der Kammer im Bundesland des Wohnsitzes um Ansuchen zur Zulassung zur Ziviltechnikerprüfung stellen.

 

Für den Fall, dass man an einer ausländischen Hochschule studiert hat, bedarf es einer Nostrifizierung; sonstige Befähigungsnachweise sind ebenfalls anerkennen zu lassen.

Bei der Prüfung des Ansuchens wird neben den bereits erwähnten erforderlichen Befähigungsnachweisen auch geprüft, ob Ausschlussgründe wie zB. anhängiger Konkurs, Insolvenzeröffnung, fehlende erforderliche Zuverlässigkeit, vorliegen.

Nach positiver Prüfung bekommt man einen Bescheid über die Zulassung zur Ziviltechnikerprüfung. Die mündlich abgehaltene Prüfung umfasst für Architekten 4 Gegenstände:

  1. Österreichisches Verwaltungsrecht
  2. Betriebswirtschaftslehre
  3. Rechtliche und fachliche Vorschriften für das Fachgebiet
  4. Berufs- und Standesrecht.

Bewerber zur Befugnis eines Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen müssen zusätzlich noch ihre Kenntnisse in weiteren Prüfungsgegenständen nachweisen. Im Falle von positiv abgelegten Prüfungen von 1, 2 und 4 während des Studiums können diese angerechnet werden, sofern diese nicht länger als 10 Jahre her sind. Die Prüfung kann maximal zweimal wiederholt werden.

Zur Vorbereitung auf die Prüfung bietet die Kammer zweimal jährlich einen zweiwöchigen Vorbereitungskurs an.

 

Nach erfolgreich abgelegter ZT-Prüfung kann man dann den Befugnisantrag beim zuständigen Ministerium (BM für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) stellen. Diesem wird mittels Bescheid entsprochen. Danach fehlt nur noch die Ablegung des Berufseides vor dem/der jeweiligen Landeshauptmann/frau um selbstständig als Ziviltechniker tätig werden zu können. Für den Fall, dass man dies nicht möchte, gibt es die Möglichkeit, die Befugnis bei der jeweiligen Kammer ruhend zu stellen.

June 10, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 4.1

113 Architektur Fragen – Frage 4.1

Warum brauche ich einen Architekten? (Autor: Evgeni Gerginski)

Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, wie diese Frage beantwortet werden kann. Einerseits rein aus dem Baurecht und der Notwendigkeit heraus und andererseits mit dem Mehrwert, den ein Architekt gegenüber anderen Planungsbefugten mit sich bringt.

Im Baurecht findet sich oft der Begriff des Planverfassers wieder. Dieser ist berechtigt die erforderlichen Einreichpläne und Dokumente für das Baubewilligungsverfahrens zu erstellen und unterfertigen. Somit aber auch für deren Richtigkeit zu haften. Dies bezieht sich zum Beispiel auf die Einhaltung der Bauvorschriften zu Lage, Größe, Brandschutz, Hygiene und Barrierefreiheit des künftigen Gebäudes, aber auch u.a. von Arbeitsstättenrichtlinien, Veranstaltungsgesetz, Garagengesetz, usw.

Planverfasser generell dürfen entweder Baumeister oder Ziviltechniker (Architekten oder Zivilingenieure) sein. Die Befugnisse zwischen beiden Gruppen unterscheiden sich jedoch enorm. So darf der Baumeister zwar auch ausführen, Architekten hingegen dürfen große öffentliche Bauten planen, die vom künstlerischen, kulturellen und sozialen Standpunkt von Bedeutung sind. Auch sind Architekten berechtigt, Gutachten und Urkunden (Ortsbild, Bestandspläne, Fertigstellungen, Baufortschrittsbestätigungen, etc) in ihrem Fachgebiet auszustellen.

Einer der wesentlichen Vorteile bei der Beauftragung eines Architekten ist die Tatsache, dass er als Dienstleister kein Interesse an der günstigsten Ausführung hat, sondern an der besten. Somit kann sich der Bauherr darauf verlassen, dass der Architekt stets seine Interessen wahren wird.

Jedes Projekt an sich ist ein Unikat, da es auf seine Umgebung reagiert und den besonderen Vorstellungen seiner Nutzer gerecht werden will. Architekten setzen sich bei Ihren Projekten Kraft ihrer Ausbildung kreativ, wissenschaftlich, sozial und künstlerisch auseinander. Es können einzigartige anstelle von Standardlösungen für die Gebäude erarbeitet werden bzw. maßgeschneiderte Lösungen entstehen. Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht auch, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und zukunftsweisende Gesamtlösungen anzubieten.

 

Die gute und vergleichsweise geringe Investition in die Planung am Anfang spart später viel Geld in der Ausführung!

June 3, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.13

113 Architektur Fragen – Frage 3.13

Frage: Darf ich meine Wohnung / mein Haus umbauen wie ich möchte?

(Autor: Amin Abdel-Kader)

Die Vorstellung, dass ich über mein Eigentum verfügen kann wie ich will, trifft in Gemeinschaften selten zu.

Wie in den vorigen Kapiteln dieser Reihe ausführlich dargestellt, sind nur jene baulichen Maßnahmen, die sich innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen bewegen und gemäß den Vorschriften der Behörde zur Kenntnis gebracht werden, zulässig.                                       Auch alle Umbauarbeiten müssen nach den geltenden Gesetzen und Richtlinien geplant und ausgeführt werden.

So sind Fragen der widmungsgerechten Nutzung, innerhalb der zulässigen Ausnutzung der Bebaubarkeit und den Anliegen des Stadtbilds und Verkehrs zu klären.

Bei Umbauten kommen besonders Fragen der Standsicherheit, des Brandschutzes, der Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit, des Schallschutzes, sowie Hygiene, Gesundheit, Umweltschutz und Energieeffizienz zu tragen – also die OIB-Richtlinien.

Bei Wohnungseigentumsobjekten ist unter Berücksichtigung des Privatrechts für alle Änderungen, die allgemeine Teile des Hauses betreffen – und das sind z.B. auch die Fenster – das Einvernehmen mit den Miteigentümer*innen herzustellen.

Die Anrainer erlangen nur bei einer Vergrößerung des Volumens oder der Aufstellung von lärmenden Klimaanlagen ein Mitspracherecht.

Also, wenn man/frau will was er/sie darf, steht der Erfüllung ihrer Wünsche nichts im Weg.

 

May 27, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.12.

113 Architektur Fragen – Frage 3.12.

Was ist ein Bauplatz? (Autor: Karin Rezar)

 

Ein Bauplatz ist eine bebaubare Grundfläche, die von einer Behörde als solche anerkannt wird.

Je nachdem, in welchem Bundesland man sich befindet, gibt es unterschiedliche Verfahren nach welchen ein Bauplatz geschaffen wird und verschiedene Eigenschaften, welche ein Bauplatz erfüllen muss.

Nach Wiener Bauordnung gibt es 3 Arten von bebaubaren Flächen bei den unterschieden werden muss. Je nachdem, welche Flächenwidmung ihnen zugrunde liegt, werden diese unterschiedlich benannt und definiert.

  • Bauplatz
  • Baulos
  • Kleingarten

Bei einem Bauplatz handelt es sich um eine bebaubare Fläche. Ausgenommen hiervon ist das Baugelände in Gartensiedlungsgebieten, welche mit einem behördlichen Bescheid (MA 64, MA 37) als solche genehmigt werden. Bei einem Baugrundstück in einem Gartensiedlungsgebiet spricht man von einem Baulos.

Will man in einem Wohngebiet, gemischtem Baugebiet oder Industriegebiet ein Gebäude errichten, so benötigt man einen bewilligten Bauplatz. Sofern es noch keinen Bauplatz gibt, muss dieser vor Erteilung der Baubewilligung geschaffen werden. Sind Grundabteilungen erforderlich, beispielsweise wenn Grundflächen ins öffentliche Gut abzutreten sind, so ist deren Bewilligung Voraussetzung für die Baugenehmigung.

Des Weiteren muss jeder Bauplatz, auf dem ein Gebäude errichtet werden soll über eine Versorgung mit gesundheitlich einwandfreiem Trinkwasser verfügen. Außerdem muss die Beseitigung der Abwässer gesichert sein.

Wie in Wien kann beispielsweise auch in Vorarlberg oder Kärnten im Zuge des Baubewilligungsverfahrens ein Bauplatz geschaffen werden. In Niederösterreich oder auch in Oberösterreich wird im Zuge eines eigenen Verfahrens entschieden, ob ein Grundstück als Bauplatz geeignet ist.

Es bestehen vielfältige Unterschiede in der Beschaffenheit von Bauplätzen.

In Wien ist es möglich, dass sich ein Bauplatz über mehrere Grundstücke erstreckt. In Niederösterreich hingegen nicht. Voraussetzung eines Bauplatzes über mehrere Grundstücke in Wien ist lediglich, dass die Grundstücke in einer Einlagezahl liegen.

Andersrum ist es in Niederösterreich zulässig, sogenannte „Servitutsbauplätze“ zu schaffen. Hierbei handelt es sich um bebaubare Grundflächen im Bauland, welche über keinen direkten Zugang zu einer öffentlichen Verkehrsfläche verfügen. Voraussetzung für die Schaffung eines derartigen Bauplatzes, ist ein grundbücherlich gesichertes Fahr- und Leitungsrecht. In Wien hingegen müssen Bauplätze,  direkt oder über eine Fahne an eine öffentliche Verkehrsfläche angeschlossen sein.

Auch wenn jedes Bundesland auf seine Eigenheiten eingeht und seinen eigenen Vorschriften folgt, würde eine Harmonisierung sowohl eine Vereinfachung in der Planung und Bauausführung, als auch ein größeres Verständnis der Bauwerber für die Bauvorschriften hervorrufen.

May 24, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.11.

113 Architektur Fragen – Frage 3.11.

Wofür braucht man eine Baugenehmigung?  (Autor: Krisztina Adamy)

Wofür braucht man eine Baugenehmigung?

Die Frage ist auf zwei Arten zu interpretieren. Einerseits beinhaltet sie die Frage: „Wieso man eine Baugenehmigung braucht?“

Bei der Baugenehmigung steht in erster Linie der Schutzgedanke im Vordergrund. So sind Bauwerke, für deren Herstellung ein erhebliches Maß an Fachkenntnissen erforderlich sind, von denen eine Gefährdung ausgehen könnte oder eine Beeinträchtigung der Nachbarn möglich ist, baugenehmigungspflichtig.

Andererseits impliziert sie auch die Frage: Für welche Bauwerke man eine Baugenehmigung braucht?

Das ist in jeder Landesbauordnung ein wenig unterschiedlich. Im Großen und Ganzen sind Neu-, Zu- und Umbauten in Wien, Niederösterreich und im Burgenland bewilligungspflichtig, jedoch gibt es kleinere Unterschiede. Bewilligungsfrei kann man Geländeveränderungen in geringerem Ausmaß in Wien durchführen, wobei dieses Vorhaben in Niederösterreich bewilligungspflichtig ist. In Wien muss man für die Anbringung von Photovoltaik- oder Klimaanlagen an größeren Gebäuden eine Bewilligung erwirken, in Niederösterreich ist es je nach Leistung nur anzeigepflichtig oder sogar bewilligungs-, anzeige- oder meldefrei. In den Wiener Kleingartengebieten gibt es wesentliche Erleichterungen, hier sind nur Neu-, Zu- und Umbauten bewilligungspflichtig, alle sonstigen baulichen Änderungen bedürfen gar keiner Anzeige.

Die unterschiedlichen Regeln der Bundesländer im Bereich der Baugenehmigungen sorgen immer wieder für Unverständnis.

May 12, 2021 - Comments Off on eins und eins ist drei – Christian Diemling – Johann Peck – Knorr Bremse

eins und eins ist drei – Christian Diemling – Johann Peck – Knorr Bremse

Wir leben "eins und eins ist drei". Gemeinsam mit unseren Kunden schaffen wir Bauwerke, die den Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt rücken. Dabei ist uns die Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern auf Augenhöhe und in konstruktivem Miteinander besonders wichtig. Mit Christian Diemling schaffen wir für Knorr Bremse ein  Gewerbe-Gebäude mit 2.500 m2 Fläche und einen Aufbau auf eine Halle mit 800 m2.

Johann Peck: Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von größter Professionalität und menschlichem Verständnis - so macht die Umsetzung Spaß, das Verfolgen des gemeinsamen Ziels steht im Vordergrund.

Christian Diemling: Von der Angebotslegung bis hin zur Umsetzung ist bei Huss Hawlik einfach alles sehr professionell. Preis und Leistung haben optimal gepasst, genauso wie die Präsentation der Leistungen. Auch die Abwicklung bei unserem Projekt war hervorragend, egal mit wem man zu tun hat - mit Herrn Peck, Herrn Steiner, Herrn Hawlik -  die Zusammenarbeit ist perfekt.

May 3, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.10.

113 Architektur Fragen – Frage 3.10.

Wie entsteht „öffentliches Gut“ in Bezug auf Grund und Boden? (Autor: Evgeni Gerginski)

Öffentliches Gut sind alle Grundstücke, die

  1. Im Eigentum der Gebietskörperschaft stehen und
  2. an denen Gemeingebrauch begründet wurde

Gemeingebrauch bedeutet, dass das Grundstück durch Gesetz oder Gemeinderatsbeschluss dem öffentlichen Gebrauch gewidmet wurde. Jeder darf es zum zweckmäßigen Gebrauch verwenden. Dies sind zum Beispiel Straßen, Wege und öffentliche Plätze.

Die rechtliche Definition des Begriffes findet sich im ABGB § 287 und liest sich wie folgt:

„Sachen, welche allen Mitgliedern des Staates zur Zueignung überlassen sind, heißen freystehende [Sic!] Sachen. Jenen, die ihnen nur zum Gebrauche verstattet werden, als: Landstraßen, Ströme, Flüsse, Seehäfen und Meeresufer, heißen ein allgemeines oder öffentliches Gut…“

Der Bund bzw. die Gemeinde wird im Grundbuch wie jeder Grundeigentümer auch eingetragen und ist im Falle von ans öffentliche Gut angrenzende Bauführungen Anrainer.

Eine häufige Form wie öffentliches Gut entsteht ist die Grundabteilung bei Schaffung neuer Bauplätze. Zum Beispiel wenn aus einem großen privaten Gewerbegebiet ein neuer Stadtteil entsteht. Dabei muss Grund für Verkehrsflächen an die Gemeinde abgetreten werden. Oft geht die Verpflichtung der Grundabtretung auch mit der Herstellung der Verkehrsfläche einher, die dann ins Eigentum der Gebietskörperschaft übergeht oder sie lediglich deren Bewirtschaftung übernimmt – in Wien sind das die sogenannten §53 Straßen. Da öffentliches Gut von öffentlichen Geldern abhängig ist, werden die damit verbunden Kosten bei einer Umwidmung (=Mehrwertschaffung) gerne an den künftigen Eigentümer der angrenzenden Grundflächen übertragen.

Die technische Umsetzung macht unter anderem ein*e Geometer*in. Diese*r erstellt den sogenannten Teilungsplan, der genau die neuen Grundgrenzen und das Ausmaß der Abtretungen festlegt. Anhand dieses Planes wird der dazugehörige Bescheid ausgestellt, wo auch die Rechte und Verpflichtungen der betroffenen Grundeigentümer (in Wien die MA64) niedergeschrieben werden.

Eine andere Art wie öffentliches Gut entsteht ist die Enteignung. Diese darf nur gegen Entschädigung durchgeführt werden und muss sich auf den jeweils geringsten, noch zum Ziel führenden Eingriff in fremde Rechte beschränken. Eine Enteignung ist auch nur dann zulässig, wenn der Enteignungsgegner die Einräumung der angestrebten Rechte ablehnt oder dafür ein offenbar übermäßiges Entgelt fordert oder wenn er nicht in der Lage ist, die Ausübung der angestrebten Rechte zu gewährleisten.

Zulässig sind unter anderem Enteignungen zur Herstellung von Verkehrsflächen und Aufschließungsleitungen, bei Bauvorhaben für öffentliche Zwecke und zur Bewirtschaftung von Wäldern und Wiesen.

Öffentliches Gut ist generell ein sehr breit gefächerter Begriff zu dem unter anderem das Wasserrecht, Forstrecht, Landesverteidigung, Gesundheit, Bildung und Sicherheit zählen.

April 29, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.9.

113 Architektur Fragen – Frage 3.9.

Wieso macht man eine Grenzverhandlung? (Autor: Andreas Hawlik)

Die Position eines Gartenzauns in der Natur hat meistens nicht viel mit der tatsächlichen Grundstücksgrenze zu tun. Die langfristige Benutzung eines Grundstücksteils kann zur Folge haben, dass sich die Grenze ändert! Wird etwa ein Grundstreifen ununterbrochen mehr als 30 Jahre lang durch den Nachbarn – im guten Glauben, dass es sich um sein Grundstück handelt – genutzt, hat er diesen Grundstücksstreifen ersessen.

Um die Grenzen seines Grundstücks dauerhaft zu sichern, besteht die Möglichkeit zur „Einverleibung in den Grenzkataster“. Dieser wird mittlerweile digital geführt und die Grenzpunkte eines dort eingetragenen Grundstücks sind gesichert und können jederzeit von einem Geometer wieder eingemessen werden. Diese Einverleibung wird im Grundbuch erkenntlich gemacht und auch in der Katastralmappe durch eine Unterstreichung Grundstücksnummer mit drei Linien dargestellt.

In dicht verbauten Altortgebieten ist eine Abweichung der Grenzen in der Natur von jenen in der Katastralmappe sehr häufig zu finden. Auch die Grundstücksgrößen im Grundbuch weichen von der Natur oft erheblich ab. Dies ist insbesondere für die Berechnung der Bebauungsdichte von Relevanz.

Zur Eintragung in den digitalen Kataster wird vor Ort eine Grenzverhandlung durchgeführt, zu der alle betroffenen Liegenschaftseigentümer*innen geladen werden. Nach Unterfertigung des Protokolls durch alle Teilnehmer kann eine Einverleibung erfolgen, Streitigkeiten gehen zu Gericht.

Derzeit ist nur etwa ein Achtel aller österreichischen Grundstücke im Grenzkataster registriert – die Wahrscheinlichkeit bei einem Grundstückskauf ungesicherte Grenzen vorzufinden ist also hoch. Nur durch Einverleibung in den Grenzkataster ist man als Eigentümer gegen künftige Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarn gefeit, und kann sicher sein, dass das gesamte Grundstück, das man besichtigt, mit exakt dem Flächenausmaß, für das man bezahlt hat, einem auch tatsächlich gehört.