Archives for May 2021

May 27, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.12.

113 Architektur Fragen – Frage 3.12.

Was ist ein Bauplatz? (Autor: Karin Rezar)

 

Ein Bauplatz ist eine bebaubare Grundfläche, die von einer Behörde als solche anerkannt wird.

Je nachdem, in welchem Bundesland man sich befindet, gibt es unterschiedliche Verfahren nach welchen ein Bauplatz geschaffen wird und verschiedene Eigenschaften, welche ein Bauplatz erfüllen muss.

Nach Wiener Bauordnung gibt es 3 Arten von bebaubaren Flächen bei den unterschieden werden muss. Je nachdem, welche Flächenwidmung ihnen zugrunde liegt, werden diese unterschiedlich benannt und definiert.

  • Bauplatz
  • Baulos
  • Kleingarten

Bei einem Bauplatz handelt es sich um eine bebaubare Fläche. Ausgenommen hiervon ist das Baugelände in Gartensiedlungsgebieten, welche mit einem behördlichen Bescheid (MA 64, MA 37) als solche genehmigt werden. Bei einem Baugrundstück in einem Gartensiedlungsgebiet spricht man von einem Baulos.

Will man in einem Wohngebiet, gemischtem Baugebiet oder Industriegebiet ein Gebäude errichten, so benötigt man einen bewilligten Bauplatz. Sofern es noch keinen Bauplatz gibt, muss dieser vor Erteilung der Baubewilligung geschaffen werden. Sind Grundabteilungen erforderlich, beispielsweise wenn Grundflächen ins öffentliche Gut abzutreten sind, so ist deren Bewilligung Voraussetzung für die Baugenehmigung.

Des Weiteren muss jeder Bauplatz, auf dem ein Gebäude errichtet werden soll über eine Versorgung mit gesundheitlich einwandfreiem Trinkwasser verfügen. Außerdem muss die Beseitigung der Abwässer gesichert sein.

Wie in Wien kann beispielsweise auch in Vorarlberg oder Kärnten im Zuge des Baubewilligungsverfahrens ein Bauplatz geschaffen werden. In Niederösterreich oder auch in Oberösterreich wird im Zuge eines eigenen Verfahrens entschieden, ob ein Grundstück als Bauplatz geeignet ist.

Es bestehen vielfältige Unterschiede in der Beschaffenheit von Bauplätzen.

In Wien ist es möglich, dass sich ein Bauplatz über mehrere Grundstücke erstreckt. In Niederösterreich hingegen nicht. Voraussetzung eines Bauplatzes über mehrere Grundstücke in Wien ist lediglich, dass die Grundstücke in einer Einlagezahl liegen.

Andersrum ist es in Niederösterreich zulässig, sogenannte „Servitutsbauplätze“ zu schaffen. Hierbei handelt es sich um bebaubare Grundflächen im Bauland, welche über keinen direkten Zugang zu einer öffentlichen Verkehrsfläche verfügen. Voraussetzung für die Schaffung eines derartigen Bauplatzes, ist ein grundbücherlich gesichertes Fahr- und Leitungsrecht. In Wien hingegen müssen Bauplätze,  direkt oder über eine Fahne an eine öffentliche Verkehrsfläche angeschlossen sein.

Auch wenn jedes Bundesland auf seine Eigenheiten eingeht und seinen eigenen Vorschriften folgt, würde eine Harmonisierung sowohl eine Vereinfachung in der Planung und Bauausführung, als auch ein größeres Verständnis der Bauwerber für die Bauvorschriften hervorrufen.

May 24, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.11.

113 Architektur Fragen – Frage 3.11.

Wofür braucht man eine Baugenehmigung?  (Autor: Krisztina Adamy)

Wofür braucht man eine Baugenehmigung?

Die Frage ist auf zwei Arten zu interpretieren. Einerseits beinhaltet sie die Frage: „Wieso man eine Baugenehmigung braucht?“

Bei der Baugenehmigung steht in erster Linie der Schutzgedanke im Vordergrund. So sind Bauwerke, für deren Herstellung ein erhebliches Maß an Fachkenntnissen erforderlich sind, von denen eine Gefährdung ausgehen könnte oder eine Beeinträchtigung der Nachbarn möglich ist, baugenehmigungspflichtig.

Andererseits impliziert sie auch die Frage: Für welche Bauwerke man eine Baugenehmigung braucht?

Das ist in jeder Landesbauordnung ein wenig unterschiedlich. Im Großen und Ganzen sind Neu-, Zu- und Umbauten in Wien, Niederösterreich und im Burgenland bewilligungspflichtig, jedoch gibt es kleinere Unterschiede. Bewilligungsfrei kann man Geländeveränderungen in geringerem Ausmaß in Wien durchführen, wobei dieses Vorhaben in Niederösterreich bewilligungspflichtig ist. In Wien muss man für die Anbringung von Photovoltaik- oder Klimaanlagen an größeren Gebäuden eine Bewilligung erwirken, in Niederösterreich ist es je nach Leistung nur anzeigepflichtig oder sogar bewilligungs-, anzeige- oder meldefrei. In den Wiener Kleingartengebieten gibt es wesentliche Erleichterungen, hier sind nur Neu-, Zu- und Umbauten bewilligungspflichtig, alle sonstigen baulichen Änderungen bedürfen gar keiner Anzeige.

Die unterschiedlichen Regeln der Bundesländer im Bereich der Baugenehmigungen sorgen immer wieder für Unverständnis.

May 12, 2021 - Comments Off on eins und eins ist drei – Christian Diemling – Johann Peck – Knorr Bremse

eins und eins ist drei – Christian Diemling – Johann Peck – Knorr Bremse

Wir leben "eins und eins ist drei". Gemeinsam mit unseren Kunden schaffen wir Bauwerke, die den Mensch und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt rücken. Dabei ist uns die Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern auf Augenhöhe und in konstruktivem Miteinander besonders wichtig. Mit Christian Diemling schaffen wir für Knorr Bremse ein  Gewerbe-Gebäude mit 2.500 m2 Fläche und einen Aufbau auf eine Halle mit 800 m2.

Johann Peck: Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von größter Professionalität und menschlichem Verständnis - so macht die Umsetzung Spaß, das Verfolgen des gemeinsamen Ziels steht im Vordergrund.

Christian Diemling: Von der Angebotslegung bis hin zur Umsetzung ist bei Huss Hawlik einfach alles sehr professionell. Preis und Leistung haben optimal gepasst, genauso wie die Präsentation der Leistungen. Auch die Abwicklung bei unserem Projekt war hervorragend, egal mit wem man zu tun hat - mit Herrn Peck, Herrn Steiner, Herrn Hawlik -  die Zusammenarbeit ist perfekt.

May 3, 2021 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 3.10.

113 Architektur Fragen – Frage 3.10.

Wie entsteht „öffentliches Gut“ in Bezug auf Grund und Boden? (Autor: Evgeni Gerginski)

Öffentliches Gut sind alle Grundstücke, die

  1. Im Eigentum der Gebietskörperschaft stehen und
  2. an denen Gemeingebrauch begründet wurde

Gemeingebrauch bedeutet, dass das Grundstück durch Gesetz oder Gemeinderatsbeschluss dem öffentlichen Gebrauch gewidmet wurde. Jeder darf es zum zweckmäßigen Gebrauch verwenden. Dies sind zum Beispiel Straßen, Wege und öffentliche Plätze.

Die rechtliche Definition des Begriffes findet sich im ABGB § 287 und liest sich wie folgt:

„Sachen, welche allen Mitgliedern des Staates zur Zueignung überlassen sind, heißen freystehende [Sic!] Sachen. Jenen, die ihnen nur zum Gebrauche verstattet werden, als: Landstraßen, Ströme, Flüsse, Seehäfen und Meeresufer, heißen ein allgemeines oder öffentliches Gut…“

Der Bund bzw. die Gemeinde wird im Grundbuch wie jeder Grundeigentümer auch eingetragen und ist im Falle von ans öffentliche Gut angrenzende Bauführungen Anrainer.

Eine häufige Form wie öffentliches Gut entsteht ist die Grundabteilung bei Schaffung neuer Bauplätze. Zum Beispiel wenn aus einem großen privaten Gewerbegebiet ein neuer Stadtteil entsteht. Dabei muss Grund für Verkehrsflächen an die Gemeinde abgetreten werden. Oft geht die Verpflichtung der Grundabtretung auch mit der Herstellung der Verkehrsfläche einher, die dann ins Eigentum der Gebietskörperschaft übergeht oder sie lediglich deren Bewirtschaftung übernimmt – in Wien sind das die sogenannten §53 Straßen. Da öffentliches Gut von öffentlichen Geldern abhängig ist, werden die damit verbunden Kosten bei einer Umwidmung (=Mehrwertschaffung) gerne an den künftigen Eigentümer der angrenzenden Grundflächen übertragen.

Die technische Umsetzung macht unter anderem ein*e Geometer*in. Diese*r erstellt den sogenannten Teilungsplan, der genau die neuen Grundgrenzen und das Ausmaß der Abtretungen festlegt. Anhand dieses Planes wird der dazugehörige Bescheid ausgestellt, wo auch die Rechte und Verpflichtungen der betroffenen Grundeigentümer (in Wien die MA64) niedergeschrieben werden.

Eine andere Art wie öffentliches Gut entsteht ist die Enteignung. Diese darf nur gegen Entschädigung durchgeführt werden und muss sich auf den jeweils geringsten, noch zum Ziel führenden Eingriff in fremde Rechte beschränken. Eine Enteignung ist auch nur dann zulässig, wenn der Enteignungsgegner die Einräumung der angestrebten Rechte ablehnt oder dafür ein offenbar übermäßiges Entgelt fordert oder wenn er nicht in der Lage ist, die Ausübung der angestrebten Rechte zu gewährleisten.

Zulässig sind unter anderem Enteignungen zur Herstellung von Verkehrsflächen und Aufschließungsleitungen, bei Bauvorhaben für öffentliche Zwecke und zur Bewirtschaftung von Wäldern und Wiesen.

Öffentliches Gut ist generell ein sehr breit gefächerter Begriff zu dem unter anderem das Wasserrecht, Forstrecht, Landesverteidigung, Gesundheit, Bildung und Sicherheit zählen.