Archives for October 2020

October 31, 2020 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 1.4.

113 Architektur Fragen – Frage 1.4.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Architektur. "Trends und Zukunft" ist unser erstes Stichwort:

Wie sieht das Heizsystem der Zukunft aus?

Während die Generation unserer Großeltern und teilweise noch unserer Eltern mit Einzelöfen ihre Wohnräume heizten, wurden diese im Laufe der Jahrzehnte durch Zentralheizungen mit Radiatoren ersetzt. Zurzeit ist die Fußbodenheizung Stand der Technik. Lösungen wie Wand- / Deckenheizungen oder Infrarotsysteme sind immer noch Nischenprodukte.

Das Hauptaugenmerk liegt aber immer mehr, bedingt durch Klimawandel und der Notwendigkeit energieeffizienter zu werden, auf der Optimierung der Systeme der Wärmeerzeugung, wobei hier wegen der vermehrt vorhandenen Hitzetage auch eine Kombination mit der Kühlung der Räume immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Auch der Gesetzgeber reagiert zunehmend auf diese Herausforderungen. So schreibt eine Novelle zur Wiener Bauordnung den effizienten Einsatz von Energieträgern vor. Womit reine Öl- oder Gasheizsysteme vermehrt verschwinden werden. Hier scheint die Wärmepumpe ein probates Mittel zur Erreichung dieser Ziele zu sein.

Die Wärmepumpe erzeugt durch einen Wärmetauscher aus Luft, Wasser oder Erdwärme die zum Heizen oder Kühlen benötigte Energie. Die Wärmepumpe benötigt hierfür elektrischen Strom zum Betrieb und wenn dieser aus nachhaltigen Quellen kommt, sieht die Ökobilanz hier schon ganz gut aus.

Man kann davon ausgehen, dass das Heizsystem der Zukunft eine optimierte Kombination aus den bereits vorhandenen Systemen sein wird.

October 23, 2020 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 1.3

113 Architektur Fragen – Frage 1.3

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Architektur. "Trends und Zukunft" ist unser erstes Stichwort:

Die Entwicklung des Wohnbaus von morgen

Die Kenntnis von Trends im Wohnbau ist für uns Architekten essentiell.

Wir stehen am Anfang der Produktentwicklung: Bis eine von uns geplante Wohnung bezogen wird, dauert es im Regelfall etwa drei Jahre. Die Nutzungsdauer einer Wohnung sollte in der geplanten Form ca. 30 Jahre betragen – im Idealfall ohne zusätzliche Investitionen in die innere Organisation.

Für die nachhaltige Planung aus Sicht des Nutzers oder Vermieters ist also ein langer Betrachtungszeitraum zu berücksichtigen. Daraus folgt die spannende Aufgabe für uns Architekten und unsere Bauherrn, die mit uns gemeinsam ein Projekt erdenken:

Wir müssen kurzlebige Trends von dauerhaften Entwicklungen unterscheiden.

Bis 02|20 (Beginn der sog. COVID-Krise) konnten über die letzten 15 Jahre langjährige Entwicklungen verfolgt werden, die auf die meisten unserer Projekte zutrafen:
Stetiger Zuzug in die Städte, Sinken der Personenzahl pro Haushalt, Reduktion der Wohnungsgrößen und Reduktion der Zimmeranzahl. Parallel dazu wurde die Fußbodenheizung zum Standard und möglichst jede Wohnung erhielt einen Außenbereich. Was die Lage betraf, galt als goldene Regel: Je näher bei der U-Bahn, desto besser.

Der Shutdown von April 2020 stellt einen breitgestreuten Feldversuch in Hinblick auf alternative Arbeitsformen, Digitalisierung, Mobilität und familiäre Stabilität dar. Für uns Planer gilt es nun herauszufinden, welche Veränderungen aus diesem Experiment nur ein flüchtiger Trend sind und welche sich dauerhaft etablieren werden.

Der Bedarf an Wohnraum mit Möglichkeit zum ungestörten Arbeiten wird wachsen. Eine Antwort können Co-Working-Spaces sein, was wiederum eine riesen Chance für ungenutzte Erdgeschoßzonen sein kann.

Der Wunsch nach Freiraum wird das Wohnen außerhalb der Stadt wieder ins Bewusstsein rücken – eine Chance, kleineren Städte wieder mehr Leben einzuhauchen. Vielleicht kehrt sich das Verhältnis von Hauptwohnsitz in der Stadt und Zweitwohnsitz am Land um! Die Landgemeinden würden es uns in Hinblick auf ihre Finanzen danken! Innerstädtisch könnte der Bedarf an kompakten Wohneinheiten weiter steigen: Zweitwohnsitze für 2-4 Arbeitstage pro Woche.

Das tägliche Pendeln über weite Strecken und die damit verbundene Verkehrsproblematik könnte sich entschärfen, wenn Daten statt Personen pendeln.

Unsere Verantwortung hierbei: Als Trendsetter und Planer können wir zu diesen Entwicklungen beitragen!

October 20, 2020 - Comments Off on Wie entsteht ein fotorealistisches Rendering – und ist es wirklich realistisch?

Wie entsteht ein fotorealistisches Rendering – und ist es wirklich realistisch?

Bei einer Projektpräsentation spielt neben den Grundrissen, Schnitten und Ansichten die Darstellung der Baukörper eine wesentliche Rolle. Mit Hilfe des Renderings können sich Bauherren und Kunden die künftige Bebauung und die Räumlichkeiten viel besser vorstellen. Aber wie werden eigentlich diese Visualisierungen erstellt?

Als erstes wird das Modell im 3D Raum sorgfältig aufgebaut. Kein Detail ist zu klein! Es wird auf die Materialien, Farben und Oberflächen besonders Acht gegeben. Das Gebäude ist im Endeffekt nichts anderes als eine Zusammensetzung vernünftig gelöster Details.

Als nächstes wird das fertige Gebäudemodell im Renderingprogramm bearbeitet. Blickwinkel, Licht, Schatten, Tageszeit, Wetter und vieles mehr werden je nach Ergebniswunsch kalibriert. Die Darstellungsart kann von abstrakt, stilisiert bis hin zu fotorealistisch reichen. Die Umgebung wie zum Beispiel Nachbarhäuser, Straße und Bäume werden der Realität entsprechend aufgebaut. Somit ist die Szene bereit zum rendern. Anschließend wird das Bild im Photoshop nachbearbeitet und mit Menschenfiguren lebhaft „gezaubert“.

Ein kleiner Tipp für den Umgang mit Visualisierungen:

Die Renderings stellen heutzutage oft unrealistisch viel Begrünung dar. Das kann eventuell zu täuschenden Effekten führen. Unser Empfehlung daher: Bäume und Sträucher „wegzudenken“, das Gebäude an sich zu betrachten und die Frage stellen: Entspricht der Entwurf nach wie vor meinen Vorstellungen?

October 15, 2020 - Comments Off on 113 Architektur Fragen – Frage 1.1

113 Architektur Fragen – Frage 1.1

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Architektur. "Trends und Zukunft" ist unser erstes Stichwort:

Wann spricht man von BIM-Planung und wieso ist es nicht längst Standard?

Planer zeichnen Pläne. Früher mit der Hand, seit über 20 Jahren computergestützt. Unter der Jahrhunderte alten Technik konnte sich jeder etwas vorstellen. Zeichnen beginnt im Kindesalter, hört bei den meisten Menschen aber dort auch auf. Beim Computer Aided Design endet bei den meisten die Vorstellung. Mit BIM fangen dann nur die wirklichen Branchenkenner etwas an, obwohl es schon seit vielen Jahren in Verwendung ist.

Kurz gesagt – bei BIM (Building Information Modeling) wird jedes Element in einem digitalen Gebäudemodell mit umfangreichen Informationen hinterlegt, die herausgelesen und zusammengefasst werden können (Fläche, Material, Gewicht, usw.). Alle Projektbeteiligten pflegen ihre fachrelevanten Daten in dieses virtuelle Gebäudemodell ein. Dabei wird der Plan auch zu einer Datenbank und der BIM-Manager achtet auf das Einhalten der genormten Regeln und zeigt auf, wenn es zu Kollisionen zwischen den unterschiedlichen Planern kommt. Eigentlich eine sinnvolle Sache.  

Die Praxis sieht aber nun anders aus. Umfangreiche Vorbereitungen und ca. 15% höhere Planungskosten vor allem in der Anfangsphase mindern die Bereitschaft, auf solche Systeme zurückzugreifen. Es sind die kleinen bis mittleren Bauvorhaben, bei denen die Vorteile eines Lebenszykluskostenmanagements und Einsparungen bei der Ausschreibung erst zu einem späteren Zeitpunkt ersichtlich werden.
Hinzu kommt die Schnittstellenproblematik der Softwarekonzerne, die sich nicht in die Karten schauen lassen wollen. Es kommt zu großen Hürden und technischen Schwierigkeiten beim Zusammenwirken, bei den Schnittstellen, wenn unterschiedliche CAD-Programme miteinander kooperieren sollen. Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass alle Beteiligten immer die neueste Software erwerben zu müssen.

Ein Lichtblick ist der Wunsch der Baubehörde eines Tages den Bewilligungsprozess mittels BIM-Modelle abzuwickeln, wofür schon die Vorbereitungen laufen.  

October 10, 2020 - Comments Off on 1+1=3 Talk mit Michael Pitsch

1+1=3 Talk mit Michael Pitsch

Michael Pitsch ist als Teamleiter in der Ausführungsplanung gleich für mehrere Projekte zuständig.

Über welches Projekt würden Sie am liebsten sprechen? Beschreiben Sie es bitte in 3 kurzen Sätzen!

Ich bin in unserem Büro, als Teamleiter für Ausführungsplanung, gleichzeitig für eine Vielzahl von Projekten verantwortlich. Die Projekte werden von meinem Team und mir bearbeitet, wenn die Baugenehmigung vorhanden ist und die Ausführungsplanung beginnt. Aus dieser Tatsache begründet sich, dass es für mich nicht „, dass eine Lieblingsprojekt“ gibt. Es ist die Vielfalt die ich an meiner Tätigkeit schätze.

Was begeistert sie besonders an ihrer Tätigkeit?

Wie schon angesprochen ist es die Vielfalt und Abwechslung an Projekten die meine Arbeit besonders machen. Wir haben meist Phasen in welchen 10 Projekte parallel laufen und in den unterschiedlichsten Stufen der Ausführungsplanung und Bauausführung zu bearbeiten sind.

Was ist die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Das ständige „Umschalten“ zwischen den einzelnen Projekten und die erforderlichen Informationen unmittelbar abrufen und verarbeiten zu können ist manchmal eine Herausforderung, die aber gleichzeitig den Reiz ausmacht.

Was zeichnet Ihre Ansprechpartner generell besonders aus?

Ich habe den Vorteil auf die Expertise von gut ausgebildeten und motivierten Kollegen vertrauen zu können. Ein offener, direkter und kollegialer Umgang steht bei uns im Mittelpunkt. In der Kommunikation nach außen; mit Bauherren, Behörden und den Zuständigen der ausführenden Firmen ist es für mich entscheidend, dass Vereinbarungen verbindlich sind und ein auch hier ein offener, Vertrauen schaffender Dialog entsteht.